Am Anfang erscheint eine glutenfreie Ernährung oft gar nicht so kompliziert: Kein Brot, keine Pasta, kein Bier – klingt eigentlich machbar.

Doch nach den ersten Wochen oder Monaten merken viele Menschen mit Zöliakie, dass glutenfrei leben weit mehr bedeutet. Vielleicht gehen die Beschwerden nicht vollständig zurück oder du reagierst auf Produkte, bei denen du niemals mit Gluten gerechnet hättest.

Genau dann wird dir bewusst, wie gut sich Gluten manchmal verstecken kann.


Hier versteckt sich Gluten – an Orten, mit denen selbst vorsichtige Menschen oft nicht rechnen

Verstecktes Gluten in Lebensmitteln, bei denen du es vielleicht nicht vermuten würdest

Rührei am Hotelbuffet
Rührei wirkt oft wie die sicherste Wahl am Frühstücksbuffet. Doch in vielen Hotels wird dem Rührei Mehl oder Pfannkuchenteig beigemischt, damit es bei großen Mengen besonders locker und cremig bleibt. Diese Methode ist in Großküchen nicht ungewöhnlich und wird selten gekennzeichnet. Deshalb solltest du lieber nachfragen, statt automatisch davon auszugehen, dass Rührei glutenfrei ist.

Sushi
Auch Sushi kann seine Tücken haben. Der Reis wird häufig mit einer gewürzten Essigmischung zubereitet, die zusätzliche Zutaten enthalten kann. Außerdem wird Sushi oft zusammen mit Sojasauce serviert, wodurch das Risiko einer Kreuzkontamination steigt. Frag deshalb im Restaurant nach, wie das Sushi zubereitet wird.

Krabbenimitat (Surimi)
Die beliebten Krabbenstäbchen bestehen meist aus Fischpaste, die mit Stärke gebunden wird. Häufig handelt es sich dabei um Weizenstärke. Wenn Surimi nicht ausdrücklich als glutenfrei gekennzeichnet ist, solltest du vorsichtig sein.

Pommes frites
Pommes bestehen zwar nur aus Kartoffeln, sind aber trotzdem nicht automatisch glutenfrei. Manche werden vor dem Frittieren mit einer dünnen Teigschicht überzogen, damit sie knuspriger werden. Noch häufiger liegt das Problem jedoch in der gemeinsamen Fritteuse, in der auch panierte Speisen zubereitet werden.

Geriebener Käse
Fertig geriebener Käse enthält oft Trennmittel, damit die einzelnen Stückchen nicht zusammenkleben. Zwar sind diese heute häufig auf Stärkebasis hergestellt, dennoch lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Wer ganz sicher gehen möchte, greift zu einem Stück Käse und reibt ihn selbst.

Aufschnitt von der Frischetheke
Einige Wurstsorten enthalten Füllstoffe oder Gewürzmischungen mit Gluten. Noch häufiger entsteht das Risiko jedoch an der Aufschnittmaschine, wenn glutenhaltige und glutenfreie Produkte mit derselben Schneidemaschine verarbeitet werden.

Gewürzmischungen
Fertige Gewürzmischungen, Taco-Gewürze oder Currymischungen können Weizenmehl oder andere glutenhaltige Zutaten enthalten. Einzelne Gewürze sind in der Regel unproblematisch, bei Mischungen solltest du die Zutatenliste jedoch immer prüfen.

Saucen und Würzmittel
Sojasauce, Teriyakisauce, Malzessig, Bratensaucen, Marinaden oder manche Salatdressings enthalten häufig glutenhaltige Zutaten oder Weizen als Verdickungsmittel.

Hafer
Hafer ist von Natur aus glutenfrei. Während des Anbaus oder der Verarbeitung kommt er jedoch häufig mit Weizen, Roggen oder Gerste in Kontakt. Achte deshalb immer auf die Kennzeichnung „glutenfreier Hafer“. Und selbst zertifizierter glutenfreier Hafer wird nicht von allen Menschen mit Zöliakie vertragen.

Hostien
Falls das Thema für dich relevant ist: Herkömmliche Hostien enthalten Gluten. In vielen Gemeinden gibt es inzwischen glutenfreie Alternativen.

Lippenpflege und Lippenstift
Alles, was auf deine Lippen kommt, wird früher oder später teilweise verschluckt. Wenn du trotz einer strikt glutenfreien Ernährung weiterhin unerklärliche Beschwerden hast, kann sich auch hier ein genauer Blick lohnen.

Play-Doh (Knete)
Normale Play-Doh-Knete enthält Weizen. Viele Eltern denken darüber nie nach, doch in einem Haushalt mit Zöliakie kann das durchaus relevant sein – besonders bei kleineren Kindern.

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
Auch Tabletten oder Nahrungsergänzungsmittel können glutenhaltige Hilfsstoffe enthalten. Gerade hier übersieht man Gluten leicht, weil man Medikamente nicht automatisch mit Lebensmitteln verbindet.


Verstecktes Gluten in Getränken

Aromatisierte Tees
Einige aromatisierte oder Kräutertees enthalten Gerste oder Weizen als Bestandteil der Aromamischung oder werden zusammen mit malzhaltigen Zutaten verarbeitet. Schwarzer Tee, grüner Tee und reine Kräutertees sind meist unproblematisch, aromatisierte Mischungen solltest du jedoch überprüfen.

Instantkaffee und Kaffeealternativen
Vor allem Kaffeeersatz auf Basis von Getreide oder Zichorie kann Gerste oder Weizen enthalten. Klassischer Instantkaffee ist meist glutenfrei, bei speziellen Kaffee-Mischungen lohnt sich jedoch ein Blick auf die Zutaten.

Soja- und Haferdrinks
Für Haferdrinks gelten dieselben Regeln wie für Hafer selbst – achte auf eine glutenfreie Kennzeichnung. Manche aromatisierten Sojadrinks enthalten außerdem Gerstenmalz.

Malzhaltige Getränke
Getränke oder Pulvermischungen mit Malz werden aus Gerste hergestellt und sind deshalb nicht glutenfrei. Das gilt beispielsweise für Malzgetränke oder manche Trinkschokoladen.

Fertig gemixte Cocktails
Einige Cocktails oder Cocktailmischungen enthalten Bier, Malz oder malzhaltige Liköre, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist.


Gluten hat die erstaunliche Eigenschaft, genau dort aufzutauchen, wo man es am wenigsten erwartet.

Wie du verstecktes Gluten erkennst

Gluten kann auf zwei Arten zum Problem werden: Es ist entweder direkt als Zutat enthalten oder gelangt durch Kreuzkontamination in ein Produkt.

Die Zutatenliste beantwortet meist nur die erste Frage. Ob ein Produkt während der Herstellung mit Gluten in Kontakt gekommen ist, lässt sich daraus oft nicht erkennen. Genau deshalb sind die Kennzeichnung glutenfreier Produkte und der richtige Umgang mit Kreuzkontamination so wichtig. Zwei Produkte können auf den ersten Blick nahezu identisch aussehen – und dennoch ganz unterschiedlich sicher sein.

Wenn du mehr über Kreuzkontamination erfahren möchtest, findest du hier einen ausführlichen Artikel dazu.

Möchtest du lernen, Zutatenlisten sicher zu lesen und typische Stolperfallen zu erkennen, gehe ich in meinem Ratgeber ausführlich darauf ein.

Falls du schon länger glutenfrei lebst und trotzdem immer wieder unerklärliche Beschwerden hast, lohnt es sich, diese Liste einmal in Ruhe durchzugehen. Manchmal hat sich eine dieser versteckten Glutenquellen ganz unbemerkt in den Alltag eingeschlichen.